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Zum 20. Jubiläum seiner Hinrichtung…

In Uncategorized on November 4, 2009 at 3:36

imagesHier nochmal eine Auflistung der schönsten Titel, die Nicolae Ceaucescu von seinen Hofdichtern für sich erfinden ließ.

 

Trophäe des nationalen Stolzes

Oberste Verkörperung des Guten

Er ist unser Glaube und unsere Erleuchtung

Er, eine Epoche

Lebendiges Feuer

Ich erscheine vor Dir, Vater

Wenn wir Ceaucescu sagen, meinen wir die Zukunft

Ein Mann wie eine Tanne

Er ist der Honig der Welt

Mehrfacher Genius

Unser irdischer Gott

Süssester Kuß der Heimaterde

Ein Mann wie eine Legende

Der große Mast

Er ist der Morgenstern

Prinz Zauber

Strasse in die Zukunft

Sohn der Sonne

Er ist unser Frühling

Unsere Sonne

Strategie des Glücks

Ein Titan, unter Titanen auserwählt

Tribun der Würde

Oberster Kommandant

Er ist die Wahrheit

 

 

1:44 aus einer vergangenen Zeit

In Uncategorized on September 16, 2009 at 4:13

Bild 4Der polnische Autor und Journalist Ryszard Kapuściński (1932 -2007) erlangte mit seiner Fabel „König der Könige“, in welcher er das Leben am Hof des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie I. skizzierte, Weltruhm. Das Werk bezieht seinen entwaffnenden Charme aus den Interviews, die Kapuściński mit Angehörigen der Hofbürokratie führte, die nach dem Sturz der Monarchie durch eine sozialistische Militärjunta um ihr Leben fürchten mussten. Zu Wort kommen unter anderem der „Säckelträger“, der „Lakai der dritten Tür“, ein Beamter „für das Gefolge im Ministerium der Feder“ sowie der Diener, welcher die Schuhe der Würdenträgern von den Hinterlassenschaften des kaiserlichen Hundes zu reinigen hatte. Weniger diversifiziert als in der Hauptstadt Addis Abeba, unterhielt der Monarch in seinen Palästen in den äthiopischen Provinzhauptstädten jeweils einen kleinen Hofstaat. Auch wenn Haile Selassie I. diese Provinzbauten nur sehr selten besuchte, wurde dort der „Betrieb“ ganzjährig aufrechterhalten. Zumindest einen winzigen Eindruck dessen vermittelt ein 1:44 langer, bei Youtube eingestellter Film über den Besuch des Monarchen in seinem Palast in der Stadt Harar im Jahr 1968. Man sieht eine der Limousinen des Kaisers in schneller Fahrt herannahen. Am Zaun warten drei Wachsoldaten mit schwarzen Barrets. Ein weiterer, er hat eine Trompete unter den Arm geklemmt, nimmt an der asphaltierten Straße Haltung an. Die Limousine biegt weit vor den Soldaten auf das Palastgelände ein. Jetzt rennt der Trompeter-Offizier los. In der nächsten Einstellung sieht man einen Garten. Eine Gruppe Männer nähert sich. Voran schreiten Anzugträger, dahinter Uniformierte mit Tropenhelmen. Erkennbar ist der Monarch, niemand darf vor ihm gehen, ein Prinzip, welches auch bei Kapuściński Erwähnung findet. Ein Mann im Anzug redet gestikulierend auf den Monarchen ein, das Gespräch endet erst an der Limousine, an der ein Offizier dem Kaiser den Wagenschlag aufhält, worauf der Monarch einsteigt. Nur 1:44 Minuten ist der Clip lang. Aber ein Dokument aus einer Zeit, die unendlich viel länger als 41 Jahre vergangen zu sein scheint. Der Link zum Clip: http://www.youtube.com/watch?v=UEoV0XF1y5c

Die Bedeutung des Lichts

In Uncategorized on September 16, 2009 at 4:08

Bild 1Der Kameramann und Regisseur Jack Cardiff war der Impressionist unter den Pionieren in der Anwendung des Technicolor-Verfahrens. Jemand, der Bilder schuf, die an Gemälde der Impressionisten gemahnen. Wie Stanley Kubrick war sich Cardiff der überragenden Bedeutung des Lichtes bewusst. Und wie der „Barry Lyndon“-Regisseur bezog er dieses Wissen aus der Begeisterung für die Malerei: einfache Beleuchtung, auch bei schwierigen Bedingungen. Von den Impressionisten wusste Cardiff, dass sie Personen, die auf einer Wiese sitzen, grünes Licht im Gesicht widerscheinen ließen. So verwendete Cardiff Grünfilter, gut zu erkennen in den tropisch-feuchten Bildkompositionen in „Black Narcissus“ (1947), einer Arbeit für Michael Powell/Emeric Pressburger. Vergleichbar brillante Filmbilder schuf Takeshi Kitano in „Dolls“. Das zum Leben erweckten Bunraku-Puppenpaar traumwandelt unter anderem durch eine Allee von weißen Kirschbäumen, die in voller Blüte stehen. Eine konsequente Rückbesinnung. Waren es doch japanische Farbholzschnitte, welche die Impressionisten in ihren Theorien über Farbe und Form bestätigten und entscheidend beeinflussten.